Die Partnerschaft zwischen SAP und Snowflake gibt es schon länger. Jetzt wachsen die SAP Business Data Cloud (BDC) und Snowflake noch enger zusammen. Möglich wird das, wovon viele schon lange träumen: Datenaustausch inklusive SAP-Semantik als Grundlage für Analytics und AI. Wir erklären die wichtigsten Basics, zeigen, wie die Hyperscaler mitspielen, welche Modelle es gibt und wie die technische Umsetzung funktioniert. Vor allem aber zeigen wir, welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen.
Data Roadmap 2026: Deine Data Journey in vier Horizonten
Lennart Werner
Lennart Werner
Data Strategy Solution Lead
Erfahrener Data-Strategy-Berater mit über 10 Jahren Expertise im Datenmanagement sowie in der Entwicklung ganzheitlicher Data-, Analytics- und AI-Strategien. Schwerpunkt auf Business-oriented Data Strategy, bei der datengetriebene Potenziale identifiziert und durch gezielte Enabler aus den Bereichen People und Technology realisiert werden. Umfangreiche Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Fachbereichen, IT und Top-Management sowie in der pragmatischen Umsetzung strategischer Initiativen in messbaren Business Value.
Eine Data Roadmap muss kein starrer Fünfjahresplan sein. Erfahre, wie Du Deine Data Journey in vier aufeinander aufbauenden Horizonten planst, Wertbeiträge früh sichtbar machst und Business, People sowie Technology im Takt hältst.
Inhaltsverzeichnis
Eine Data Roadmap muss nicht fünf Jahre im Voraus planen, um Orientierung zu geben. Im Gegenteil: Für eine wirksame Data Journey ist es oft sinnvoller, den Kurs in klaren Etappen zu bestimmen, Ergebnisse sichtbar zu machen und die weitere Planung auf belastbaren Erkenntnissen aufzubauen.
Um das zu verdeutlichen, musst Du Dich nur einmal ans Meer stellen und geradeaus schauen. Wie weit siehst Du? Gefühlt: endlos. In Wahrheit siehst Du aber nur knapp fünf Kilometer weit. Dann begrenzt die Erdkrümmung Deine Sicht. Ganz egal, wie gut Deine Augen sind oder wie teuer das Fernglas war: Der Horizont ist eine harte physikalische Grenze.
Die Seefahrt hat daraus nie ein Drama gemacht, sondern ein Prinzip. Kein Navigator versucht, eine Route über Tausende Kilometer vollständig festzulegen und dann blind abzusegeln. Man segelt auf den Horizont zu, gewinnt neue Sicht, korrigiert den Kurs und nimmt sich den nächsten Horizont vor. Etappe für Etappe.
In Data- und AI-Strategieprojekten begegnet uns regelmäßig das Gegenteil dieses Prinzips: eine Data Roadmap über fünf Jahre, ein Gantt-Chart bis zum Zielbild einer datengetriebenen Organisation, jede Initiative mit Quartal und Budget versehen. Das wirkt souverän. Es behauptet aber eine Sichtweite, die niemand hat. Verlässlich planbar sind in einer Data Journey häufig aber nur drei bis sechs Monate. Alles danach bleibt eine grobe Richtung, keine Detailplanung.
Eine gute Data Strategy braucht deshalb ein Zielbild und klare Prioritäten. Sie braucht aber ebenso eine Roadmap, die auf neue Erkenntnisse reagieren kann.
Warum eine starre Data Roadmap an Grenzen stößt
Eine Data Journey ist ein mehrjähriger Prozess, der Business, People und Technology gleichzeitig verändert. Genau deshalb treffen langfristige Masterpläne in der Praxis auf Annahmen, die sich nicht immer halten.
Annahme eins: Alle Stakeholder committen sich von Beginn an auf die gesamte Reise.
Das ist selten der Fall. Ein CFO gibt Budget für Vorhaben frei, deren Nutzen, Risiken und nächste Schritte nachvollziehbar sind. Ein Zielbild in fünf Jahren kann Orientierung schaffen, ersetzt aber keine belastbare Entscheidungsgrundlage für die nächste Investition.
Annahme zwei: Ein zentrales Datenteam segelt allein zum Zielbild.
Auch das funktioniert nicht dauerhaft. Wert entsteht dort, wo Fachbereiche Daten im Tagesgeschäft nutzen. Sie engagieren sich vor allem dann, wenn sie unterwegs konkrete Ergebnisse sehen und ihre Anforderungen in die Data Roadmap einfließen.
Die Konsequenz ist kein Verzicht auf Planung, sondern eine andere Planungslogik: ein Horizon Plan. Diese Roadmap ist kurzfristig konkret und langfristig richtungsweisend. Der erste produktive Erfolg erzeugt Momentum, also Motivation und Budget für den nächsten Schritt.
Data Roadmap und Data Strategy: Vier Horizonte, drei Spuren
Der Horizon Plan ist eine Data Strategy Roadmap mit vier Etappen. Auf jeder Etappe laufen drei Spuren parallel: Business, People und Technology.
Die Grundregel lautet: Business führt, People und Technology befähigen. Alle drei entwickeln sich synchron, aber nur so weit, wie das Business es tatsächlich braucht. Du baust schließlich auch kein Containerschiff für eine einfache Küstenfahrt.
Kurs für Kurs: Eine Data Roadmap plant den nächsten Horizont im Detail und hält die langfristige Richtung offen für neue Erkenntnisse.
Horizont 1: Strategisches Fundament schaffen
Horizont 1 – Strategic Foundation, etwa drei Monate.
Hier wird der Kurs gesetzt: Wertambition definieren, Use-Case-Portfolio priorisieren und Executive Sponsorship verankern. Damit entsteht die Grundlage, um Deine Data Strategy mit der Business Strategy zu verbinden.
Auf der People-Spur entstehen ein cross-funktionales Team, ein erstes Operating Model und ein Governance-Rahmen. Die Datenkultur wird ehrlich betrachtet, statt nur als Zielbild beschrieben. Auf der Technology-Spur werden Datenlandschaft und relevante Data Sources bewertet, eine Zielarchitektur definiert und Quick-Win-Enabler identifiziert.
Noch wird kein großes Schiff gebaut. Aber Seekarte, Crew und Route stehen. Diese erste Etappe schafft die Voraussetzungen, um eine Data Roadmap mit tragfähigen Prioritäten zu entwickeln.
Horizont 2: Wertbeitrag validieren
Horizont 2 – Validated Impact, etwa drei Monate.
Jetzt wird belegt, dass der Ansatz trägt: Ein bis zwei Proofs of Value gehen produktiv und werden an konkreten Größen gemessen. Bewusst geht es um Proof of Value statt um einen reinen Proof of Concept. Die Frage „Ist es technisch möglich?“ ist häufig weniger entscheidend als die Frage, ob ein Use Case messbaren Nutzen im Geschäft erzeugt.
Auf der Technology-Spur entsteht ein Architektur-MVP. Auf der People-Spur wird agile Lieferung im Kleinen erprobt. Das Business schärft auf Basis der Ergebnisse den Funding- und Skalierungscase.
Diese Etappe verbindet Data Initiatives mit Business Objectives. Sie macht sichtbar, welche Vorhaben in der nächsten Phase skaliert werden sollten und welche Annahmen angepasst werden müssen.
Horizont 3: Kernwert industrialisieren
Horizont 3 – Industrialize Core Value, rund zwölf Monate.
Die validierten Kern-Use-Cases werden skaliert, datengetriebene Entscheidungen wandern in Prozesse und Verantwortlichkeiten. Die Plattform wird skalierbar ausgebaut, Datenmodelle und Pipelines werden standardisiert, Monitoring und Data Quality werden verankert.
Auf der People-Spur geht es darum, Data-Product-Ownership zu etablieren, Data Governance und Stammdatenmanagement zu institutionalisieren sowie die Organisation systematisch weiterzubilden. Eine Data Governance Function und ein passendes Data Governance Framework helfen dabei, Verantwortlichkeiten, Standards und Entscheidungswege verbindlich zu gestalten.
Aus der Expedition wird Linienverkehr. Die Roadmap und die Organisation werden belastbar genug, um Datenmanagement, Analytics und ausgewählte Data-Science-Anwendungsfälle dauerhaft zu unterstützen.
Horizont 4: Kontinuierlich innovieren
Horizont 4 – Continuous Innovation, ohne Enddatum.
Das Portfolio wächst, nun auch um Use Cases, die das Geschäftsmodell selbst verändern können. Die Kultur trägt, die Plattform wird kontinuierlich modernisiert und die Data Roadmap wird regelmäßig an neue Prioritäten angepasst.
Es gibt kein Zielfoto, sondern einen Zustand kontinuierlicher Weiterentwicklung. Von hier aus werden jetzt auch Horizonte sichtbar, die zu Beginn der Reise noch nicht erkennbar waren.
Von der Expedition zum Linienverkehr: Sobald Kern-Use-Cases industrialisiert sind, läuft die Data Journey verlässlich im Tagesgeschäft.
Warum Horizonte funktionieren, wo klassische Roadmaps scheitern
Ist das nicht einfach eine Roadmap mit einem anderen Namen? Nicht ganz. Der Unterschied liegt in drei Eigenschaften.
Jeder Horizont trägt eine Beweislast
Horizont 1 belegt: Wir wissen, wohin wir wollen, warum und wer Verantwortung übernimmt. Horizont 2 zeigt: Bei uns entsteht messbarer Wert und wir können die grundlegenden Fähigkeiten aufbauen. Horizont 3 beweist: Die Lösungen funktionieren im Tagesgeschäft. Horizont 4 zeigt fortlaufend: Wir entwickeln uns weiter.
Du verdienst Dir den nächsten Horizont mit Ergebnissen, statt ihn im Gantt-Chart geerbt zu haben. Eine wirksame Data Roadmap ist damit keine Liste isolierter Projekte, sondern eine Abfolge nachvollziehbarer Entscheidungen.
Die Investition folgt dem Wert
Das Management muss nicht heute hohe Budgets für die dritte Etappe freigeben. Es finanziert zunächst den nächsten Schritt auf Basis dessen, was die vorherige Etappe belegt hat. Dadurch wird die Roadmap auch für Entscheider:innen greifbarer, die Investitionen an nachweisbaren Fortschritt knüpfen.
Business, People und Technology bleiben im Takt
Alle drei Spuren entwickeln sich in jedem Horizont gemeinsam weiter. Niemand rennt voraus, niemand bleibt zurück. Das unterscheidet eine Data Journey von einem reinen IT-Projekt mit nachgelagertem Change-Kapitel.
Eine Data Journey scheitert selten allein am fehlenden Budget. Häufiger fehlt sichtbarer Fortschritt. Genau darauf ist diese Form der Data Roadmap ausgerichtet.
Worauf Du bei Deiner Data Roadmap achten solltest
Drei plus drei plus zwölf Monate sind Erfahrungswerte, kein Naturgesetz. Ein regulierter Konzern braucht für Horizont 1 möglicherweise länger. Ein fokussierter Mittelständler kann schneller vorankommen. Reihenfolge und Beweislast bleiben relevant, die Dauer der einzelnen Horizonte ist flexibel.
Es gibt dabei zwei typische Muster, die Du vermeiden solltest:
Ewiger Horizont 1: Die Data Strategy wird zu einem umfangreichen Dokument, jede Abteilung möchte weitere Anforderungen ergänzen und die Reise endet als Foliensatz im Archiv. Entscheidend ist, rechtzeitig vom Zielbild in die Umsetzung zu kommen.
Das Proof-of-Value-Karussell: Pilot folgt auf Pilot. Jeder einzelne kann erfolgreich sein, aber keiner wird industrialisiert. Plattform, Governance und Ownership werden immer wieder vertagt. Damit bleibt der Nutzen punktuell, statt sich im Unternehmen zu verankern.
Auch die vermeintliche Abkürzung, Horizont 2 zu überspringen und direkt eine große Plattform zu bauen, verdient eine kritische Prüfung. Ohne validierte Prioritäten besteht das Risiko, dass technische Fähigkeiten geschaffen werden, bevor klar ist, welche Anforderungen Fachbereiche dauerhaft haben.
Eine Roadmap, die Business, People und Technology berücksichtigt, schafft hier Orientierung. Sie verbindet Deine Data Strategy mit realistischen Umsetzungsschritten und macht Fortschritt nachvollziehbar.
Zurück an der Küste
Das Schöne am Horizont ist: Er begrenzt nicht Deine Reise, sondern nur Deine Sicht. Wer die erste Etappe gesegelt ist, sieht Gewässer, die vom Hafen aus nicht sichtbar waren: neue Use Cases, neue Abkürzungen und manchmal auch Untiefen, die in einem langfristigen Masterplan nicht auftauchen konnten.
Der erste Schritt ist angenehm unspektakulär – den Kurs bestimmen. Dafür braucht es kein Jahresprojekt. Oft reicht ein strukturierter Workshop, in dem Fach- und Führungsperspektiven gemeinsam Potenziale kartieren, priorisieren und erste Entscheidungen für Deine Data Roadmap treffen.
Danach hast Du, womit jede gute Reise beginnt: eine Karte, eine Crew und einen ersten Horizont. Mehr Sicht bekommt niemand. Mehr braucht auch niemand. Plane, was Du sehen kannst. Segle hin. Dann sieh weiter.
Deine Data Strategy braucht eine Roadmap, die Orientierung schafft und gleichzeitig Raum für neue Erkenntnisse lässt? Wir unterstützen Dich dabei, Potenziale zu priorisieren, tragfähige Umsetzungsphasen zu definieren und Business, People sowie Technology wirksam zusammenzubringen.
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