SAP Snowflake: Wie SAP BDC und Snowflake zu einer gemeinsamen Datenwelt zusammenwachsen

SAP Snowflake: Wie SAP BDC und Snowflake zu einer gemeinsamen Datenwelt zusammenwachsen

Die Partnerschaft zwischen SAP und Snowflake gibt es schon länger. Jetzt wachsen die SAP Business Data Cloud (BDC) und Snowflake noch enger zusammen. Möglich wird das, wovon viele schon lange träumen: Datenaustausch inklusive SAP-Semantik als Grundlage für Analytics und AI. Wir erklären die wichtigsten Basics, zeigen, wie die Hyperscaler mitspielen, welche Modelle es gibt und wie die technische Umsetzung funktioniert. Vor allem aber zeigen wir, welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen.

Inhaltsverzeichnis

Der Blogartikel soll einen Überblick schaffen, wie SAP BDC und Snowflake zusammenspielen und worin sich die zwei Varianten, SAP Snowflake und SAP BDC Connect for Snowflake, unterscheiden. Außerdem beleuchten wir die Grundlagen von Zero Copy, Data Products und bidirektionalem Datenaustausch sowie das Zusammenspiel mit den Hyperscalern. Zum Schluss stellen wir typische Einsatzszenarien vor. So bekommst Du eine kompakte Orientierung, welches Modell zu Deiner Datenstrategie passt.

Die Basics: SAP BDC, SAP Snowflake und BDC Connect

Wer schon länger im Bereich Datenplattformen und Datsenmanagement arbeitet, kennt das Thema SAP-Datenintegration. Dafür gab es bisher diverse Wege – aber auch immer einen Kompromiss: komplexe ETL-Strecken, verlorene Semantik und Relationen, unklare Benennungen und bidirektionale Datenwege. Kurz gesagt: langwierig, komplex und zeitintensiv.

Seit Mai 2026 gibt es einen neuen Weg und der ist mehr als nur ein weiterer ETL/ELT-Connector: ein bidirektionales, semantik-erhaltendes Zero-Copy-Model. Das Ziel: SAP-Daten sollen in Snowflake genutzt werden können, ohne sie klassisch herauszukopieren und dabei Kontext, Governance oder Aktualität zu verlieren.

Doch der Reihe nach: Was ist die SAP BDC und was verbindet sie mit Snowflake?

SAP BDC steht für SAP Business Data Cloud und ist SAPs Datenplattform bzw. Business-Data-Fabric-Ansatz. Der zentrale Baustein dahinter sind die SAP Data Products: kuratierte Daten aus den vorhandenen SAP-Systemen (S/4HANA, SuccessFactors etc.) inklusive Semantik, Metadaten und Business-Kontext. Ein praktisches Beispiel für ein solches Datenprodukt ist der Umsatz oder die Produktkategorie.

SAP positioniert die BDC ganz bewusst als offenes „Produkt“, das sich an mehrere Plattformen anbinden lässt: Snowflake, Databricks, BigQuery, Microsoft Fabric und AWS-Dienste. Für Snowflake gibt es dabei zwei Optionen:

  1. SAP Snowflake: Snowflake wird als SAP Solution Extension direkt über SAP bereitgestellt. Diese Option eignet sich für alle, die aktuell noch kein Snowflake im Einsatz haben und es als integrierten Bestandteil der SAP-Landschaft etablieren möchten. SAP automatisiert dabei Verbindung und Provisionierung. Snowflake ist voll nutzbar – ohne Einschränkungen.
  2. SAP BDC Connect for Snowflake: Diese Option bietet sich für alle an, die Snowflake bereits produktiv nutzen. Die bestehende Snowflake-Umgebung wird per SAP BDC angebunden, sodass SAP Data Products direkt in Snowflake bereitgestellt werden. Snowflake-Daten lassen sich zudem zurück in die BDC veröffentlichen, der Austausch funktioniert also bidirektional.

Bei beiden Varianten geht es ausschließlich um das Teilen von SAP Data Products im Zero-Copy-Verfahren. Grundsätzlich lassen sich beide Modelle auch kombinieren, sofern das technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Zero Copy: Der neue Ansatz für SAP-Daten in Snowflake

Die wichtigste Neuerung der Partnerschaft ist Zero Copy. Sie unterscheidet sich am stärksten von bisherigen Architekturansätzen für SAP-Daten auf Datenplattformen.

So lief die klassische SAP-Datenintegration in Snowflake (oder vergleichbare Datenplattformen) bisher ab: Extraktion der SAP-Daten aus den SAP-Systemen (via Connectoren, Drittsoftware oder ETL-Frameworks), anschließend ein ETL/ELT-Prozess, Storage, ggf. Aufbereitung und erst dann die Nutzung in Snowflake. Dabei entstehen zwangsläufig Kopien der Daten – mindestens doppelt: einmal in SAP, einmal in Snowflake. Das bringt mehrere Nachteile mit sich:

  • Aufwand in Synchronisation, Storage und Pipeline-Pflege
  • Monitoring und Governance
  • Verlust von Metadaten, Semantik und Relationen

Mit Zero Copy ändert sich das Prinzip. Ein SAP Data Product lässt sich per Freigabe direkt in Snowflake nutzen – ohne laufende Pipelines, ohne kopierte Daten und ohne zusätzlichen Pflegeaufwand. Man kann das als Data Sharing ohne Bewegung der Daten zu verstehen. Änderungen an den Daten lassen sich dadurch auch schneller nachverfolgen.

Wichtig: Zero Copy bedeutet nicht „keine Integration mehr nötig“. Berechtigungen, Freigaben, Verbindungen, Semantik, Governance und Lifecycle müssen weiterhin sauber gepflegt werden. Der große Vorteil bleibt aber: keine Datenbewegung heißt keine Synchronisationsproblemen.

Dashboard auf Monitor und Tablet mit Diagrammen und Kennzahlen für Business Intelligence
Ein Dashboard im Büroalltag. Governance und Monitoring bleiben auch bei Zero Copy zentrale Aufgaben (Symbolbild).

Der wichtige Unterschied: SAP-Semantik bidirektional zwischen SAP und Snowflake

Die Frage „Wie kommen Daten von SAP nach Snowflake“ beantwortet sich damit von selbst. Stattdessen stellt sich jetzt eine neue Frage: Wie werden SAP-Daten korrekt als Data Product in Snowflake bereitgestellt? Genau darin liegt der wesentliche Unterschied zu klassischen Architekturen.

Technisch bindet Snowflake die SAP Data Products als „catalog-linked databases“ ein. Zusätzlich lassen sich aus der SAP-Core-Schema-Notation semantische Views erzeugen. Diese werden zum Beispiel genutzt für:

  • KI-Agenten und Agentenkonzepte
  • Snowflake Cortex Analyst
  • Coco
  • Cowork

Im Gegensatz zu früher werden dabei nicht nur technisch relevante Felder übertragen, sondern auch Metadaten, Semantiken, Relationen und Governance. Das erleichtert nicht nur Monitoring und Automatisierung, es ist auch eine wichtige Grundlage für den Einsatz von AI. Vereinfacht gesagt: Die KI bekommt nicht einfach nur eine SAP-Spalte vorgesetzt. Sie versteht, was mit „Umsatz“, „Company Code“ oder einer Beziehung zwischen beiden gemeint ist und wie das fachlich einzuordnen ist.

SAP selbst bringt es so auf den Punkt: „Business Kontext wird über Plattformgrenzen hinweg erhalten“.

Das funktioniert auch andersherum: von Snowflake zurück in die SAP BDC. So lassen sich SAP-Daten anreichern und vervollständigen, was sowohl als KI-Grundlage, als auch für das alltägliche Analytics wertvolle neue Perspektiven eröffnet. Zum Beispiel lassen sich Wetter-, Markt- oder andere Daten aus eigenen Quellen nutzen oder Drittanbieter-Daten aus dem Snowflake Marketplace einbinden. Fachlich spricht man hier von einem Enrich-and-Return-Workflow, der die eigenen Daten und deren Auswertung deutlich aufwertet.

SAP BDC und Snowflake bei den Hyperscalern: AWS, Azure & Google Cloud

Ohne Hyperscaler kein Snowflake. Deshalb spielen sie auch bei SAP BDC und Snowflake eine wichtige Rolle. Snowflake läuft nativ auf AWS, Microsoft Azure und Google Cloud. Das Gleiche gilt für die SAP Business Data Cloud. Beide Anbieter positionieren sich klar als Multi-Cloud-Datenplattform bzw. Multi-Cloud-kompatibel.

Ein wichtiger Unterschied: Die SAP-BDC-Verbindung zu Snowflake ist aktuell für AWS und Azure verfügbar. Google Cloud ist in Planung und soll voraussichtlich Ende 2026 folgen.

Hand aufs Herz: Wo liegen die Möglichkeiten und wo die Grenzen?

Jetzt, da die Basics, die Funktionsweise und die Verfügbarkeit geklärt sind, wird es nun praktisch: Welche Möglichkeiten eröffnen sich konkret?

Die einfache Antwort: Immer dann, wenn SAP-Daten und Non-SAP-Daten aufeinander treffen. Zwei Beispiele:

  • Customer 360: SAP-Daten aus CRM, Orders, Billing und Customer Master, angereichert mit Snowflake-Daten aus Marketing, Support und externen Marketplace-Quellen.
  • Supply Chain: SAP-Daten zu Beständen, Bestellungen, Produktion und Lieferanten, angereichert mit Snowflake-Daten zu Wetter, Logistik, IoT und Marktinformationen. Das schafft deutlich mehr Analysespielraum.

Kurz gesagt: Sobald interne oder externe Quellen sowie Marketplace-Daten zusammen mit SAP-Daten zusammenkommen, lohnt sich der SAP-BDC-Ansatz – unabhängig von der gewählten Variante. Damit lässt sich Datennutzung neu denken: nicht mehr „SAP Only“, sondern dort, wo die Daten am sinnvollsten genutzt werden können.

Das bedeutet aber nicht, dass klassische ETL/ELT-Strecken komplett verschwinden – im Gegenteil. Müssen Daten dauerhaft extrahiert, transformiert, historisiert, materialisiert oder archiviert, bleiben die bekannten Wege weiterhin notwendig. In diesem Fall ergänzt die BDC die bestehende Architektur lediglich um ein Sharing-/Federation-Modell.

Du willst SAP-Daten ohne Kopieraufwand in Snowflake nutzbar machen? Ob über SAP Snowflake als integrierte Lösung oder BDC Connect für Deine bestehende Snowflake-Umgebung – wir begleiten Dich End-to-End, von der Architektur bis zum produktiven Einsatz.

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Helene Fuchs

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Pia Ehrnlechner

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