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Am Zitat „Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“ kam in den letzten Jahren kaum jemand vorbei. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Daten und Gold. Daten haben nur einen Wert, wenn man sie nutzt. Um diese Nutzung zu ermöglichen, muss sich in vielen Fällen etwas ändern – die Daten müssen demokratisiert werden.

Woher kommt der Hype um demokratisierte Daten?

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und die Erwartungshaltung daran ist zu Recht groß. Prozessoptimierung durch Prozessintegration und -automatisierung, die Bereitstellung neuer datengetriebener Produkte und Services sowie eine schnellere Anpassung an Veränderungen sind dabei nur ein kleiner Auszug der Ziele, die durch die Digitalisierung angestrebt und ermöglicht werden. Der Treibstoff für all das sind Daten, die in zunehmender Menge generiert und gesammelt werden und damit auch immer mehr den Themen Strategie und Governance unterliegen. Doch das Sammeln von Daten allein erzeugt keinen Mehrwert, sondern dieser entsteht nur durch die übergreifende und umfassende Nutzung von Daten. Vielen dürfte dabei ein konkretes Hemmnis sehr geläufig sein – Datensilos.

Daten werden in vielen Unternehmen bisweilen in sogenannten Datensilos gespeichert, auf die jeweils nur eingeschränkte Benutzergruppen über teils veraltete, starre und nur komplex wartbare Zugriffskonzepte zugreifen können. Erhält man Zugriff auf die Daten, ist dieser häufig trotzdem nur über standardisierte Abfragen und Berichte möglich. Das steht im Widerspruch zu einer umfassenden Datennutzung.

In Zeiten, in denen zentrale Datenplattformen immer gefragter werden, sei es on premises oder in der Cloud, rückt gleichzeitig auch das Thema Demokratisierung von Daten immer mehr in den Mittelpunkt. Das Ziel: Jede Person im Unternehmen, die Daten nutzen kann und möchte, soll dafür die Möglichkeit bekommen.

Was steckt hinter der Demokratisierung von Daten?

Wenn von demokratisierten Daten die Rede ist, ist der erste Gedanke vermutlich, dass der Zugriff darauf für alle Mitarbeiter:innen umfassend ermöglicht wird. Das spiegelt auch die Einleitung dieses Blogbeitrags wider, und der Data Access ist tatsächlich der grundlegende Bestandteil der Datendemokratisierung. Doch das deckt noch nicht die ganze Bandbreite ab.

Neben dem Datenzugriff sind nämlich Data Tools und Data Literacy von ebenso großer Bedeutung. Folglich ist es Teil der Demokratisierung, dass jedem die Tools zur Verfügung stehen, die zum Arbeiten mit Daten notwendig sind – und das für verschiedene Skill-Level. Damit soll es auch Nutzer:innen mit weniger Data-Know-how durch intuitive Visualisierungswerkzeuge mit einfachen Schnittstellen ermöglicht werden, mit Daten zu arbeiten. Ein Tool, das gleichermaßen weniger erfahrene und sehr routinierte Datenkonsument:innen unterstützt, ist ein Datenkatalog. Das Metadatenverzeichnis hilft, den Überblick über den Datenbestand eines Unternehmens zu behalten, und ermöglicht das sogenannte Shopping for Data. Anwender:innen können sich über vorhandene Daten und Zugänge informieren und werden zusätzlich in deren Interpretation und Nutzung unterstützt.

Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die sogenannte Data Literacy und damit auch ein Umdenken im Mindset der Leute. Mitarbeiter:innen müssen dazu befähigt und darin geschult werden, wie, wann und warum sie Daten nutzen können. Es müssen die Fähigkeiten geschaffen und gestärkt werden, Daten und die daraus möglichen Ableitungen zu verstehen.

Welche Bedenken gibt es gegen Datendemokratisierung?

In Unternehmen halten sich gegenüber der Datendemokratisierung aktuell noch nachvollziehbare Vorbehalte, die man durch geeignete Lösungen aus dem Weg räumen kann. Vor allem zwei Vorbehalten begegnet man im Unternehmensalltag häufiger.

Das ist zum einen die mögliche fehlerhafte Integration und Kombination von Daten durch technisch nicht geschulte Mitarbeiter:innen, die wiederum zu falschen Entscheidungen führen könnten. Dem ist zu entgegnen, dass die Demokratisierung von Daten nicht nur den bloßen Datenzugriff für Mitarbeiter:innen vorsieht, sondern auch deren Schulung und Weiterentwicklung (Data Literacy). Dadurch sollen sowohl die technischen als auch fachlichen Kompetenzen im Umgang mit Daten gesteigert werden. Darüber hinaus ist es ein gerne genutztes Mittel, für Reportingtools zertifizierte Data Sets zur Verfügung zu stellen. Sie enthalten bereits abgestimmte Attribute, Kennzahlen und Relationen, wodurch die Integrität und die Qualität der Daten gewährleistet wird. Zusätzlich empfiehlt sich der Einsatz eines Datenkatalogs, in dem Fachanwender:innen Beschreibungen von Attributen und Kennzahlen samt den korrekten Berechnungsformeln nachschlagen können.

Die zweite, weit verbreitete Kritik an Datendemokratisierung ist, dass dadurch Gefahren in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit entstehen, wenn jede:r Zugriff auf alle Daten hat. Das wäre tatsächlich problematisch. Entscheidend ist jedoch, anzumerken, dass Demokratisierung nicht bedeutet, dass bedingungslos alle Daten allen Mitarbeiter:innen zugänglich sein sollen. Ganz explizit ausgenommen sind personenbezogene und unternehmenskritische Daten. Der Zugang zu diesen ist mittels Access Management zu schützen. Bei sensiblen Daten gilt damit das Need-to-know-Prinzip: Jede:r soll nur das sehen, was unbedingt notwendig ist. Außerdem kann auch hier der Datenkatalog unterstützen, personenbezogene und kritische Daten zu kennzeichnen und über die Data Lineage die Verwendung der Daten nachzuvollziehen.

Welche Vorteile entstehen durch demokratisierte Daten?

Wenn das Prinzip von demokratisierten Daten gelebt wird, ergeben sich zahlreiche Vorteile. Einige davon sind in den vorangegangenen Abschnitten bereits angeklungen, sollen aber nochmal zusammengefasst werden.

Durch Datendemokratisierung erhalten Mitarbeiter:innen umfassenden und unkomplizierten Zugriff auf die relevanten Daten und Analysen, die sie für ihre tägliche Arbeit benötigen. Dadurch wird auch die Durchlaufgeschwindigkeit und Qualität von Prozessen erhöht, die stark auf der Nutzung von Daten basieren.

Zudem steigt insgesamt die Zahl der Mitarbeiter:innen mit Datenkompetenz. Von komplexen Datenanalysen bis hin zur Aufbereitung in Visualisierungstools verfügen alle Mitarbeiter:innen über das persönlich notwendige Daten-Know-how und können damit beispielsweise bei der Entwicklung neuer datengetriebener Produkte und Services unterstützen, um die Ziele der Digitalisierung vom Anfang wieder aufzugreifen.

Ein hohes Level an Datenkompetenz hat zudem zur Folge, dass Geschäftsentscheidungen datenbasiert und nicht auf der Grundlage von individuellem Expertenwissen oder mehreren Wahrheiten getroffen werden. Infolgedessen steigt auch das Bewusstsein für Datenqualität. Probleme werden schneller erkannt und behoben, wodurch auch die Qualität der datenbasierten Entscheidungen steigt.

Über die Nutzung von Daten im bestehenden Tagesgeschäft hinaus kann dessen Wert durch neue datengetriebene Anwendungsfälle noch weiter gesteigert werden. Daten ermöglichen es, das Geschäftsmodell zu optimieren, es zu erweitern oder gar durch neue datengetriebene Services und Produkte weitere Märkte zu erschließen.

 

 

 

Du möchtest die Demokratisierung von Daten mit all ihren Facetten in Deinem Unternehmen vorantreiben? Komm einfach auf uns zu, und wir begleiten Dich vom ersten Erfahrungsaustausch über ein ausgearbeitetes Konzept bis hin zu dessen Operationalisierung.

Hier entlang!

 

 

 

Thomas Liegl
Consultant
Thomas ist überzeugt, dass Daten ihren größten Wert dann entfalten, wenn sie in Unternehmen umfassend genutzt werden können. Deshalb sind es die Themen Demokratisierung von Daten, Datenstrategien und Data Governance, die Thomas weiter vorantreiben möchte.
#DataGovernance #DataStrategy #DatenDemokratisierung